Lebensretter standen unter Zeitdruck

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Lebensretter standen unter Zeitdruck

Die Ortsgruppen des Landkreises Bad Kissingen trafen sich zum Kräftemessen in der „Sinnflut“. Durch die Schließung des Münnerstädter Schwimmbades fehlen die Teilnehmer aus Münnerstadt und Maßbach.

Wettkampfstimmung gab es am Wochenende im Bad Brückenauer Freizeitbad „Sinnflut“. 61 junge Mitglieder der Wasserwacht- Ortsgruppen Bad Brückenau, Hammelburg und Bad Kissingen traten im Wettbewerb zum Rettungsschwimmen gegeneinander an. Die Acht- bis 16-Jährigen maßen sich innerhalb von drei Altersgruppen in den Schwimm- und Tauchdisziplinen der Wasserwacht.

Mit den Wettbewerben nähern sich die Teilnehmer auf sportlichem Weg dem eigentlichen Ziel, nämlich Ertrinkende aus dem Wasser zu retten. Während sich die Jüngsten der Leistungsgruppe Stufe I im Schwimmen der 25-Meter-Distanz maßen, gestalteten sich die Aufgaben für die Älteren schon schwerer. Je nach Alter mussten sperrig bremsende Gummireifen über die Wasserstrecken schwimmend transportiert werden. Im Extremfall mussten die Schwimmer in voller Kleidung jemanden aus dem Wasserbecken retten. Das kostete den Teilnehmern gehörig viel Kraft.

„Für mich ist es eine Herausforderung, die mich reizt“, meinte Doreen Ziegler aus Bad Brückenau. Völlig ausgepumpt war sie im Einsatz für ihre Brückenauer Staffelmannschaft endlich am Beckenrand angekommen. Schon sprang der nächste Schwimmer hinein. Die übrigen Brückenauer Kameraden feuerten mit ihren Zurufen die eigene Mannschaft an. Aber auch die Hammelburger und die Kissinger. Leise war es rund ums große Becken selten an diesem Samstagvormittag. Der tolle Teamgeist sei ein weiterer Grund für sie, bei der Wasserwacht aktiv zu sein, verriet Doreen Ziegler. Und ihre Brückenauer schlugen sich tapfer (Ergebnisse siehe Info-Kasten).

Nicht teilgenommen haben in diesem Jahr die Mannschaften aus Münnerstadt und Maßbach. „Das liegt daran, dass das Münnerstädter Schwimmbad im vergangenen Sommer schließen musste“, bedauerte Falk Hannemann, der Kreisvorsitzende der Wasserwacht. So habe eine permanente Trainingsmöglichkeit gefehlt und die jungen Kameraden aus den beiden Ortsgruppen im Osten des Landkreises hätten vermutlich schlechte Chancen beim Wettbewerb gehabt. Gerade das regelmäßige Schwimmen – mindestens einmal in der Woche – und die ständige Weiterbildung zum Rettungsschwimmer seien die Zielsetzung für die Jugend, so Hannemann weiter. Dem praktischen Kräftemessen im Wasser folgte eine theoretische Prüfung mit Fragebögen in der Mittelschule.

Zum Einsatz kam die Wasserwacht kürzlich beim Hochwasser im Januar. Schnelle Eingreifgruppen (SEG) gibt es in Bad Kissingen, Münnerstadt und Hammelburg. An letzterem Standort ist auch der Rettungszug anzutreffen. Dieser Hammelburger Zug komme seit über sieben Jahren bundesweit für Großereignisse zum Einsatz, berichtete Hannemann.

Bilder und Text von:
infranken.de, 22.02.2011, Ort: Bad Brückenau von: Gerd Schaar / Saale-Zeitung

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