Rüsten für die Katastrophe

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Rüsten für die Katastrophe

Die Donau wird zum reißenden Strom, überschwemmt Felder und ganze Ortschaften -ein Szenario, das Wasserwachten aus ganz Europa in diesen Tagen durchspielen. Das Training ist nötig, damit im Notfall alles klappt. Schauplatz der Übung ist die Region rund um Ingolstadt.

Ein ganzes Jahr haben die Vorbereitungen gedauert, nun spielen 400 Helfer der Wasserwacht aus acht europäischen Ländern vier Tage lang an der Donau eine Reihe von Szenarien bei Hochwasser durch. Wenn sintflutartige Regenfälle die Donau in einen reißenden Strom verwandeln, dann kann die Wasserwacht vor Ort den Einsatz alleine nicht mehr leisten. Deshalb wurde „die Wasserwacht aus mehreren Bundesländern um Hilfe gerufen“, erklärt Einsatzleiter Ingo Roeske die Ausgangslage der Übung.

Fahrzeuge, Boote und Taucher im Einsatz

Hochwassergefährdete Gebiete in BayernNeben einem internationalen Team des Roten Kreuzes seien sechs sogenannte Wasserrettungszüge aus ebenso vielen deutschen Bundesländern beteiligt. „Jeder Zug besteht aus 28 Mann, 6 Fahrzeugen und bis zu 6 Booten“, erklärt Roeske. Zu den Helfern gehörten auch Taucher. „Wir haben alle denkbaren Szenarien bei einer Hochwasserkatastrophe in den Übungsablauf eingearbeitet.“ Roeske ist der stellvertretende technische Leiter der Wasserwacht, einer Organisation innerhalb des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK).

Retten, bergen, evakuieren

Die Helfer üben auch das großräumige Evakuieren von Gebäuden. „Wir haben eigens ein im Fluss schwimmendes Hausdach konstruiert, um das Bergen aus einem in den Fluten treibenden Haus mit Booten zu üben“, sagt Roeske. Zum Übungsplan gehöre ebenso die nächtliche Vermisstensuche. Aber auch das Retten von Opfern ohne Boote, etwa mit Seilen, werde trainiert. Rettungstaucher übten das Bergen von ins Wasser geratenen Fahrzeugen, andere Helfer die Unterstützung zu Wasser beim Deichbau.

Video: BR – Übung macht den Meister

Im Wasser, an Land, aus der Luft

Ein wesentlicher Bestandteil der Katastrophenschutzübung ist die Zusammenarbeit mit anderen Rettungsorganisationen, etwa mit Hubschrauberbesatzungen von Bundeswehr und Polizei. Als „Opfer“ der groß angelegten Übung dienen rund 40 Mitarbeiter der Wasserwacht. „Sie tragen Neoprenanzüge, um die Belastung im Wasser auszuhalten“, sagt Roeske. Dennoch werde die Übung für alle Beteiligten eine nasse Sache. „Bei uns steht Wasserwacht drauf und nicht Trockenwacht.“ Dafür erhielten die Helfer die einmalige Chance, das Zusammenspiel von Einsatzkräften auf dem Wasser, an Land und aus der Luft zu üben.

 

Bilder und Text von:
br-online.de, Stand: 02.10.2011

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