Übung in der eiskalten Saale wird zum Ernstfall

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Übung in der eiskalten Saale wird zum Ernstfall

Hammelburger Wasserwacht rettet am Ufer liegende Frau

Winterschwimmen: Zehn Wasserwachtler stiegen bei minus fünf Grad Celsius in die Saale.

Wie schnell eine Übung zum Ernstfall werden kann, erlebten zehn Mitglieder der Hammelburger Wasserwacht beim Winterschwimmen am Sonntagmorgen in der Saale. Sie entdeckten dabei eine an der Uferböschung liegende ältere Frau. Sie war stark unterkühlt und wurde von den Wasserwachtlern bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes versorgt.

Das Winterschwimmen dient dazu, das Einsatzgebiet kennenzulernen und auch unter schwierigen Bedingungen zu erproben, so wie jetzt bei der aktuell starken Strömung. Nur durch solch eine praktische Erfahrung sei man auf einen möglichen Ernstfall vorbereitet, sagen die Wasserwachtler.

Das Thermometer zeigt minus fünf Grad, die Wassertemperatur liegt bei knapp über vier Grad Celsius. Nicht nur für die fünf Jugendlichen ist das eine Herausforderung, sondern auch für die erfahrenen Einsatzkräfte. Dank des erhöhten Wasserstandes der Saale geht es anfänglich flott voran. Richtung Pfaffenhausen lässt die Strömung aber dann doch merklich nach. Vor einer Woche hätten sich die Wasserretter hier noch treiben lassen können, nun fehlt schon fast ein Meter Wasser, und es muss geschwommen werden.

Nach gut 30 Minuten wird es langsam ungemütlich, die Finger und Füße werden kalt. Die Jugendlichen, die teilweise zum ersten Mal bei solchen Temperaturen im Wasser sind, geben sich geschlagen und lassen sich vom bereitstehenden Einsatzfahrzeug zurück ins Rot-Kreuz-Haus fahren, wo die warme Dusche wartet. Die übrig gebliebenen alten Hasen schwimmen weiter Richtung Hammelburg. Nachdem sie Pfaffenhausen hinter sich gelassen haben, versperrt ihnen ein großer querliegender Baum mit allerhand Treibgut den Weg. Die Schwimmer müssen die fast einen Meter hohe Böschung erklimmen, was einiges an Kraft erfordert. Doch eine andere Möglichkeit gab es nicht, um das Hindernis zu umgehen. Nun liegt noch ein Kilometer im Wasser vor ihnen.

Kurz vor dem Bleichrasen wird aus der Übung dann der Ernstfall. Aus der Entfernung werden die Schwimmer etwas Rotes am Ufer aufmerksam. Beim Näherkommen entdecken sie dann die an der Uferböschung liegende Frau. Rettungsdienst und Polizei werden verständigt, währenddessen kümmern sich die Wasserwachtler um die stark unterkühlte Frau.

Danach geht es wieder zurück in die eiskalte Saale. Nach gut vier Kilometern und eineinhalb Stunden im Wasser ist dann aber auch für diese letzten Wasserwacht-Schwimmer am Bleichrassen das Winterschwimmen zu Ende.

 

Bilder und Text von
mainpost.de, 17.01.2012

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