Neuer Kapitän an Bord

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Neuer Kapitän an Bord

Markus Merz führt jetzt die Wasserwacht. Der bisherige Vorsitzende Sebastian Schlereth tauschte mit seinem Stellvertreter die Posten.

Der neue Vorstand der Wasserwacht Hammelburg: (von links) Christoph Fella (Stellvertretender Technischer Leiter), Florian Bremer (Technischer Leiter), Sebastian Schlereth (Stellvertretender Vorsitzender), Markus Merz (Vorsitzender), Thomas Schaller (Beisitzer), Holger Büttner (Kassier) und Stefan Fella (Beisitzer). Foto: Sigismund von Dobschütz

Nach zwölf Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Leiter der Wasserwacht Hammelburg hat Sebastian Schlereth jetzt den Vorstandsposten mit seinem bisherigen Stellvertreter Markus Merz getauscht. In der Mitgliederversammlung gab der scheidende Vorsitzende einen kurzen Rückblick auf die vergangenen Jahre mit einigen Standortwechseln und Umbrüchen für die 400 Mitglieder starke Ortsgruppe.
Schlereth erinnerte an den Umzug der Wasserwacht im Jahr 2003 aus dem „kleinen schnuckeligen Rotkreuzhaus“ in der Saaletalstraße in die Schreinerei Rauschmann und an die nachfolgende Übergangslösung in den Räumen im

ehemaligen Spielwaren Schütz, bis dann endlich 2010 das heutige BRK-Haus am Ofenthaler Weg bezogen wurde. Nach sehr vielen Stunden Eigenleistung vieler Mitglieder sei dies nun „ein tolles Zuhause“.

Kinder blieben dabei

Auch ihren zweiten Standort, das Frei- und Hallenbad, hatte die Wasserwacht zeitweilig verlassen müssen, als dort bis 2012 umgebaut wurde und man im Schwimmbad der Bundeswehr trainieren musste. Der wegen des Ortswechsels in die Kaserne befürchtete Mitgliederschwund bei Kindern und Jugendlichen blieb aus. Schlereth: „Zum Glück sind uns die Kinder treu geblieben.“
Auch im neuen Hammelburger Bad unterstützen Mitglieder der Wasserwacht wie früher die dortigen Bademeister bei der Aufsicht. „Manche Aktive helfen schon über 40 Jahre bei der Aufsicht“, würdigte Schlereth deren Engagement.
Nicht nur in der Ausrüstung habe es in den vergangenen zwölf Jahren seines Vorsitzes entscheidende Verbesserungen gegeben, bedankte sich Schlereth bei den Verantwortlichen, auch sei die Ausbildung in dieser Zeitspanne durch Einführung neuer Speziallehrgänge „wesentlich professioneller“ geworden. So habe es 2003 den ersten Wasserretterlehrgang, später auch die Ausbildung zum Fließwasserretter gegeben, womit eine „wachsende Qualifizierung unserer Rettungskräfte“ gesichert wird.

Gut gerüstet

Im vergangenen Jahr wurde der Analog- durch den Digitalfunk ersetzt. „Die Zeit bleibt nicht stehen, aber wir sind jetzt gut gerüstet“, meinte Schlereth zusammenfassend. Einige Unglücksfälle und Großereignisse machten den Einsatz der Hammelburger Wasserwacht notwendig. Schlereth erinnerte an die Vermisstensuche erst vor einigen Tagen in der Saale bei Aura, aber auch an einen dreitägigen Einsatz mit Spürhunden vor fünf Jahren, die beide ergebnislos verliefen. „Man sieht daran, dass unsere jahrelange Ausbildung auch tatsächlich gebraucht wird.“ Als außerordentliche Beispiele erwähnte Schlereth den Einsatz beim Münnerstädter „Braveheartbattle“, beim Donauhochwasser 2013 oder zuletzt im November 2015 als Zugbegleitung der Flüchtlinge von Freilassing nach Berlin. „Eine gute Aufgabe, die gemacht werden musste.“

Schwer zu motivieren

Die Wasserwacht Hammelburg unterrichtet auch Kinder im Schwimmen, hier bei einer Schwimmstunde in der Saale (Bleichrasen Hammelburg) während der Sommerferien. Danach gab es noch Bratwürste für die Kinder von der Wasserwacht. Foto: Sebastian Schlereth

In seinem Rückblick ging Schlereth schließlich auf die Jugendarbeit der Wasserwacht ein. Obwohl „es immer schwieriger wird, die Jugend zu motivieren“, bietet die Ortsgruppe weiterhin ihre Kurse zur Erlangung der Schwimmabzeichen an und bildet örtliche Sportlehrer in den für den Schwimmunterricht erforderlichen Kenntnissen in Lebensrettung aus.
Besonders hierfür dankte die dritte Bürgermeisterin Rita Schaupp (SPD) der Ortsgruppe. Leider zeige sich bei den Kindern eine wachsende Zahl von Nichtschwimmern. „Das darf doch nicht sein.“ Auch Polizeichef Alfons Hausmann würdigte die ehrenamtliche Arbeit der Wasserwacht: „Auf unsere Rettungsdienste ist Verlass.“ Alexander Siebel, Kreisvorsitzender des Bayerischen Roten Kreuzes, hob hervor, dass die Wasserwacht als Teilorganisation des Roten Kreuzes auch Lebensretter sei, und erinnerte an einen Fall beim Braveheartbattle, wo ein Wettkämpfer von zwei Wasserwacht-Aktiven reanimiert werden konnte. Alles in allem könne die Wasserwacht Hammelburg auf „eine beeindruckende Bilanz“ ihrer Tätigkeit verweisen.

 

 

Bilder und Text
von mainpost.de, 06.02.2017

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